KST-Pinnwand

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1902 bis 1977

1902
Die Geschichte der Dominikaner in Vechta beginnt im Jahre 1902. Im März dieses Jahres reist P. Petrus Louven von Venlo nach Vechta, um hier den Übergang der Venloer Obersekunda an das Vechtaer Gymnasium zu ermöglichen. In Venlo haben die deutschen Dominikaner zur Zeit des Kulturkampfes das Albertinum, eine Auslandsschule mit Internat, gegründet, die zur Obersekundarreife führt (Das Albertinum bestand bis 1935). Zur Ablegung der Reifeprüfung muß der Anschluß an ein deutsches Gymnasium gefunden werden. Das Vechtaer Gymnasium Antonianum, unter dem Direktor Dr. Werra, zeigt sich entgegenkommend und rät dem Orden zur Errichtung eines Konvikts in Vechta. Am 9. April reisen P. Pius Keller, drei weitere Mitbrüder und 15 Schüler nach Vechta und eröffnen in dem 1897 erbauten Zentralhotel das St. Josef-Konvikt. Von hier aus besuchen die Schüler als Externe das Gymnasium Antonianum.

1903
Grundlage des heutigen Kollegs in Füchtel sind Schenkungen von Franz Horten, dem späteren P. Titus, und Frl. Antonie Tappehorn. Im Sommer 1903 wird zur Anlage eines kleinen landwirtschaftlichen Betriebes in Füchtel Land gekauft. Ein Haus mit einem für die Erholung der Schüler bestimmten Saal und Räumen für die Landwirtschaft wird errichtet. Franz Horten gibt auch die Mittel zum Kauf und zum Bau einer Badeanstalt am Moorbach.

1908
Eine eigene Ordens- und Missionsschule entsteht in Vechta. Die Ordensschüler wohnen bis 1910 mit den Konviktoristen gemeinsam im St. Josef-Konvikt, erhalten aber von Anfang an eigenen Unterricht.

1910
Konvikt und Ordensschule werden räumlich getrennt. In den Monaten zuvor ist das Gebäude in Füchtel erweitert worden. Nach der Errichtung des Anbaus wohnen in Füchtel 5 Patres, 4 Brüder und 40 Ordensschüler. Am 4. August wird die Ordens- und Missionsschule der Dominikaner in Vechta durch den Ordensgeneral bestätigt.

1911
Mit Erlaß des Oldenburgischen Kultusministers wird die Ordens- und Missionsschule im September 1911 als Privatschule genehmigt. Der Provinzial P. Albertus Kaufmann empfindet die räumlichen Verhältnisse als Provisorium und erteilt den Auftrag zu einem großzügigen Neubau. Vom Grafen von Merveldt wird das heutige Parkgrundstück (damals Wiese, dann Spielplatz) erworben. Herr Josef Siemer aus Spreda schenkt das Land, auf dem das neue Schulgebäude stehen soll. Die finanziellen Mittel vor dem 1. Weltkrieg reichen vorerst nur zur Errichtung eines Flügels. Er wird am 6. Oktober 1912 eingeweiht.

1914
Das Konvikt in der Stadt wird infolge rückläufiger Schülerzahlen aufgegeben. Hingegen wächst die Ordensschule in Füchtel und zählt Ostern 1914 bereits 110 Schüler, von denen 30 im Konvikt wohnen. Das Konviktsgebäude dient in der Folgezeit verschiedenen Zwecken (ab 1914 als Lazarett, 1919-23 als Teil der Ordensschule, 1923 als Verlagsdruckerei und Missionsprokuratur), bis es 1938 zwangsweise an den Reichsnährstand verkauft werden muß.

1919
Der Provinzial P. Hieronymus Wilms erklärt am18. Juni die Dominikanerniederlassung ordensrechtlich zum Vikariat und am 23. November des gleichen Jahres zum Konvent. Erster Prior wird P. Jakobus Höckesfeld.
Im Dezember beziehen ein Pater und zwei Brüder ein Haus in Schwichteler, um hier einen landwirtschaftlichen Betrieb zum Unterhalt der Ordensschule zu beginnen. Gleichzeitig wird eine Notkirche gebaut.

1920
Erstmalig kommen Ilanzer Dominikanerinnen nach Vechta um den Haushalt im Konvikt zu führen. Als 1923 der Albertus Magnus Verlag in die Räume des Konvikts einzieht, übernehmen die Schwestern einen großen Teil der Druck- und Verlagsarbeit.

1921
Am 10. März 1921 übernimmt P. Laurentins Siemer aus den Händen des verdienten P. Pius Keller die Verantwortung für die Schule. Schon bald erhält die Ordens- und Missionsschule den neuen Namen ,,St. Josef-Kolleg".

1923
Im neu entstehenden Schulgebäude wird auch eine halböffentliche Kapelle eingerichtet. Die dort gefeierten Gottesdienste werden vornehmlich von den Schülern des Konvikts besucht, aber es entwickelt sich auch eine Gottesdienstgemeinde aus den umliegenden Nachbarschaften. Eine eigene Klosterkirche hat Füchtel noch nicht.

1924
Was 1912 mit einem ersten Bauabschnitt begonnen worden ist, findet im Jahre 1924 seine Vollendung. Für Schule und Internat steht nun ein Neubau zur Verfügung, der 130 Schülern Platz bietet. Es sind in der Hauptsache Spenden aus Amerika, die diesen Schritt nach vorn ermöglichen. Am 18. April 1923 nimmt der Provinzial P. Thomas Stuhlweißenburg die Einweihung des Weiterbaus vor, der aber erst Ostern 1924 ganz bezogen werden kann.

Das Blasorchester wird gegründet. Damit besteht eine weitere musikalische Gruppe im Konvikt - neben dem Streichorchester und dem allgemeinen Orchester.

1927
Im Jubiläumsjahr (25 Jahre Dominikaner in Vechta) erhält das St. Josef-Kolleg mit Erlaß vom 49. März vom Oldenburgischen Ministerium für Kirchen und Schulen die vorläufige Genehmigung zur Abschlußprüfung an der eigenen Schule. Unter Vorsitz von Ministerialrat Dr. Weßner findet die erste Abiturprüfung am Kolleg statt. Die endgültige Genehmigung erfolgt mit ministerieller Verfügungvom23.Februar l928. Im gleichen Jahr wird in Schwichteler mit dem Bau einer größeren Klosterkapelle begonnen, die 1929 eingeweiht wird. Ein größeres Klostergebäude ist 1924 errichtet worden.

1929
Das Kolleg erhält seine erste Turnhalle. Richtung Moorbach wird ein Sportplatz angelegt. An die Stelle des bisherigen Spielplatzes tritt eine Parkanlage. Den Kunstwerkstätten von P. Thaddäus Roth werden ein Zeichensaal und eine Abteilung für Schlosserei, Schreinerei, Buchbinderei und Lichtbildkunst angeschlossen.

1931
Die Schülerschaft des St. Josef Kolleg wird geschlossen Mitglied der deutschen St. Georgs-Pfadfinderschaft.

1932
P. Laurentius Siemer wird zum Provinzial der Dominikanerprovinz Teutonia gewählt. Die Leitung der Schule
wird geteilt. In Zukunft ist der Rektor für die Schule, der Präfekt für das Internat zuständig. Zum Rektor der Schule wird P. Placidus Wehbrink ernannt, zunächst für ein Jahr vertreten durch P. Reginald Weingärtner. Erster Präfekt des Internates wird P. Aurelius Arkenau.

1935
Im Zuge der Devisenprozesse, durch die die Nationalsozialisten kirchliche Einrichtung und Ordensgemeinschaften drangsalieren und verunglimpfen wollen, werden P. Thomas Stuhlweißenburg (ehemaliger Provinzial), P. Provinzial Laurentius Siemer und P. Titus Horten verhaftet und in Oldenburg inhaftiert. P. Thomas und P. Titus sterben in der Haft, P. Laurentius wird im Januar 1936 freigesprochen. Die Beerdigung von P. Titus am 29. Januar 1936 zeigt die große Verbundenheit der Bevölkerung mit den Dominikanern.

1936
Die Nationalsozialisten versuchen, die Kreuze aus den Schulen Oldenburgs zu entfernen. Diese Aktion ist für das St. Josef-Kolleg das Signal, geschlossen aus der H.-J. auszutreten, in die es 1933 als Kolonial-H.-J. eingetreten ist.

1938
Das St. Josef-Konvikt in der Stadt wird zwangsweise an den Reichsnährstand verkauft. Die Druckerei wird geschlossen. Die Missionsprokuratur siedelt nach Schwichteler um.

1939
Nach dem Ausbruch des 2. Weltkrieges erfolgt am 14. November die Auflösung des St. Josef-Kollegs und seine Beschlagnahme für Lazarettzwecke durch den Wehrmachtsfiskus. Dank den Bemühungen von P. Laurentius Siemer kommt es nicht zu der geplanten Enteignung, auch nicht zu einem Zwangsverkauf. Die Gebäude müssen unter Druck auf die Dauer von 10 Jahren an den Oldenburgischen Staat vermietet werden, der hier von 1940 - 1945 eine Lehrerbildungsanstalt (LBA) einrichtet.

1940
Am 10. Februar verlassen alle Dominikaner und Schüler Kloster und Kolleg. Kurz zuvor hat die letzte Reifeprüfung am St. Josef-Kolleg stattgefunden. Der Oberprima ist der Verbleib bis zum Abitur gestattet worden.
Die nationalsozialistische Regierung richtet in den zwangsbeschlagnahmten Gebäudeneine Lehrerbildungsanstalt ein.

1945
Im Februar 1945 wird die Schule mit einem Lazarett belegt. Nach dem Krieg beherbergt sie ein Fachlazarett für Amputierte bis zum 31. Oktober 1948.

1946
Die Militärregierung in Oldenburg und das Hauptversorgungsamt in Hannover stimmen einer Rückgabe des Eigentums an die Dominikaner zum 1. Februar zu. Im Februar kehren die Dominikaner nach Füchtel zurück. Die Aufbauarbeit beginnt mit dem Bau einer neuen Kirche aus den Steinen der ehemaligen Dominikanerkirche Maria de Victoria in Berlin. BBC-London berichtet damals, dies sei die erste nach dem Krieg neu erbaute Kirche in der Britischen Besatzungszone.

1947
Ostern 1947 erfolgt die Neueröffnung des Kollegs unter dem neuen Namen ,,Kolleg St. Thomas". An die Stelle einer berufsbezogenen Nachwuchseinrichtung tritt nun eine freie Internatsschule. Der Start erfolgt mit 60 Schülern. In der Genehmigung des Präsidenten des Niedersächsischen Verwaltungsbezirkes Oldenburg vom 19. April heißt es: ,,Gemäß § 64 des Schulgesetzes für den Landesteil Oldenburg vom 1. 8. 1936 genehmige ich Ihnen die Errichtung eines privaten Gymnasiums nebst Internat unter dem Namen St. Thomas-Kolleg der Dominikaner in Vechta."Neben dem Prior P. Arnfried Lehmkuhl und dem Schulleiter P. Dr. Justinus Kühl ist die Aufbauarbeit der nächstfolgenden Jahre besonders dem Präfekten P. Walbert Weber sowie dem unermüdlich tätigen Prokurator P. Arno Drees zu verdanken.

1952
Das Jubiläumsjahr 1952 (50 Jahre Dominikaner in Vechta) bringt erstmals einen Kontakt größeren Stils mit den Ehemaligen. Von diesem Zeitpunkt an datieren die Einrichtung der Ehemaligentreffen sowie die Einführung der Kollegsschrift ,,Unter uns".

1953
Am 27. April wird ein Erweiterungsbau des Kollegs bezogen, der infolge der wachsenden Schülerzahl (220) notwendig errichtet werden mußte. Im gleichen Jahr werden Pfadfindergruppen der DPSG und Gruppen des ND gegründet.

Am 30. August bekommt das Kolleg hohen Besuch: Bundeskanzler Konrad Adenauer, den Dominikanern v.a. von Köln her sehr verbunden, macht Station in Füchtel.

1954
Am Kolleg kann das erste Abitur nach dem Zweiten Weltkrieg und der Wiedergründung 1946 abgelegt werden. Eine besondere Feier erlebt Füchtel am 2. Mai 1954: Die sterblichen Überreste von P. Titus Horten werden unter großer Beteiligung der Bevölkerung vom katholischen Friedhof in Vechta in die Dominikanerkirche übertragen.

1958
In Wildeshausen eröffnen die Dominikaner die Heimschule ‚Johannes Teutonicus', als Zubringerschule für das Gymnasium in Vechta. Hier soll es Schülern ermöglicht werden, durch besondere Förderung die Voraussetzung für eine gymnasiale Bildung zu erlangen.

1960
Es wird der Grundstein für ein neues Konventsgebäude gelegt. Für fünfundzwanzig Brüder entsteht ein klösterliches Gebäude mit großem Innenhof, so dass in den alten Wohnräumen der Kommunität Unterrichtsräume für die Naturwissenschaften entstehen können.

1967
Mit Beginn des Schuljahres 1967/68 tritt an die Stelle der Regelform des altsprachlichen Gymnasiums die Niedersächsische Form des altsprachlichen Gymnasiums. Statt Latein wird Englisch zur ersten Pflichtfremdsprache.

1969
Am 7. März dieses Jahres wird ein Schulneubau mit Klassentrakt und Verwaltungsflügel eingeweiht. Das bisherige Schul- und Internatsgebäude - der Altbau - steht nun ganz dem Internat zur Verfügung. Für die Primaner ist gleichzeitig mit dem Schulneubau ein Erweiterungsbau mit Einzelzimmern errichtet worden.

1970
Der altsprachliche Schultyp läuft aus. Mit Beginn des Schuljahres 1970/71 wird das Kolleg St. Thomas ein neusprachliches Gymnasium mit der verpflichtenden Fremdsprachenfolge Englisch (ab Kl. 5) und Latein (ab Kl. 7). Ab Kl. 9 kann Griechisch oder Französisch als Wahlsprache gewählt werden. In diesem Jahr werden erstmalig externe Schüler in die Eingangsstufe aufgenommen. Damit wird einem seit langem in Vechta geäußerten Elternwunsch entsprochen. Wegen der steigenden Nachfrage läßt der Schulträger ab Schuljahr 1971/72 zwei Eingangsklassen einrichten, ohne damit eine durchgehende Zweizügigkeit zu beabsichtigen.

1972
Ein Orkan von ungeheurer Stärke richtet am Konventsgebäude großen Schaden an: das Dach wird weggerissen und viele Fensterscheiben zerstört. Auch im umliegenden Füchteler Wald sind große Verwüstungen die Folge.

1975
Im Hinblick auf die Oberstufenreform ergibt sich für das Kolleg St. Thomas die zwingende Notwendigkeit, die Schule durchgehend zweizügig zu führen. Auf dem Provinzkapitel 1975 in Walberberg kommt es zu folgender Entscheidung:
,,Das Diffinitorium stimmt im Interesse der Erhaltung und Weiterführung des Kolleg St. Thomas der Hinführung der Schule zur vollen Zweizügigkeit grundsätzlich zu." Am 25. April wird im Rahmen eines Schulfestes die neu erstellte Turnhalle eingeweiht. Die 1929 erbaute alte Turnhalle ist 1966 abgebrochen worden.

1976
Was 1972 mit der Verbesserung des Fachbereichs Physik begonnen hat, wird in diesem Jahr für die Fächer Biologie und Chemie fortgesetzt. Einrichtung und Lehrmittelausstattung werden zeitgemäßen Forderungen angepaßt.

1977
Zum Schuljahr 1977/78 wird gemäß Erlaß des Niedersächsischen Kultusministers vom 29.4.1977 am Kolleg St. Thomas die Oberstufenreform eingeführt. Am 27. September weiht P. Provinzial Dr. Lambert Schmitz den Schulerweiterungsbau ein, der wegen steigender Schülerzahlen, bedingt durch die angestrebte volle Zweizügigkeit, und der Einführung der Oberstufenreform notwendig geworden ist. Dank der finanziellen Hilfe des Landkreises Vechta ist der Bau eines Klassentraktes mit Fachräumen für den Werk- und Kunstunterricht in so kurzer Zeit möglich geworden. Architekt Kohlmann leitete den Erweiterungsbau, wie auch den Bau des Konventes der Schule und der Turnhalle.
Vor 75 Jahren sind die ersten Dominikaner nach Vechta gekommen. Aus diesem Anlaß wurde vom 25.9. - 2.10. eine Jubiläumswoche veranstaltet.